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Impressionen aus 10 Tagen Abi-Urlaub an der Costa Brava
"Martin, du Sau!", ein gellender Schrei mitten in der Nacht, irgendwo auf dem Weg zwischen Lahnstein und Malgrat de Mar. Na ja, aber mal ehrlich, ohne solche jungen Menschen, die ihr Maß an Alkohol längst überschritten haben und sich des Überflüssigen entledigen müssen, wäre eine Abifahrt doch langweilig. Man nimmt also alles gelassen, schließlich haben wir (fast) schon das Abitur in der Tasche, und in diesem Urlaub wollen wir uns bestimmt nicht ärgern. Selbst nicht über unsere reizende Reiseleiterin Maria, die uns gleich bei der Ankunft im Rentnerparadies "Bella Playa" unmißverständlich klarmacht, daß sie Jugendliche nicht mag. Und, welch ein Luxus, wir haben, zusätzlich zu den Zimmern mit Pappwänden und Haaren auf den Bettdecken, sogar einen eigenen Wachmann, der ausschließlich zu unserer Sicherheit da ist. Was will man mehr?
Unser Tagesablauf, der im Großen und Ganzen nur aus "Instrahle", "Frischmache" und "Abladen" bestand, begann des frühen Spätmittags meist alkoholisch und endete, versorgt mit Exclusiv-Angeboten des Lispel-Schönlings Louis (für 1000pts. T-Shirt, Sangria und 7 Freigetränke) in den Discotheken unseres Urlaubsortes mit dem Abschmier-Bier um halba sechs.
In den nicht enden wollenden Stunden bis zum Abendessen (oh, nur noch 4 Stunden!) wälzten wir uns in der heißen Sonne am Strand und im Pool und tätigten sämtliche Einkäufe für die täglich von uns veranstalteten Balkonparties im Hotel. Diese entwickelten sich innerhalb kürzester Zeit zu einem unvermeidbaren Ritual. Es wurde literweise Alkohol konsumiert, Gute-Laune-Liederchen geträllert ("...bau mich auf Buttertasse...") und lustige Scherze gemacht (Steffi: "Jonas, komm, erzähl noch mal den 68er Witz!" / "Essen zwei Kannibalen 'nen Clown, sagt der eine: Schmeckt aber komisch!").
Aber nicht immer stand Paady auf dem Programm, einige entschlossen sich wirklich einen Kulturtag einzulegen und Batzelona zu besuchen, wenn auch in einem Rahmen, der einer Kaffeefahrt sehr ähnlich war ("...die jungen Mädchen haben die Reise von ihren Eltern zum Abitur geschenkt bekommen!").
Gelernt haben wir in diesen 10 Tagen einiges: 1.: Cerveza heißt nicht "Guten Tag!", 2.: das "hahahaha" kommt nach "BKA" (und es heißt nicht vogelfrei!) und 3.: die Telefonrechnung wird umgehend an der Rezeption bezahlt.
Holá putzen?
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